Volker’s Australienradtour

Volker trifft Koala & Co. und ganz viele tolle Menschen


Hallo zusammen,
im Herbst 2017 sollte mich meine Reise auf den fünften Kontinent führen. Auch in DownUnder war mein Fahrrad mein Begleiter, fahrbarer Untersatz und Transportmittel für meine 40kg Gepäck.
Am 03.Oktober 2017 flog ich von Düsseldorf an die Nordostküste Australiens nach Cairns. Von Cairns ging es entlang der Ostküste über Brisbane und Sydney bis nach Melbourne. Von dort mit der Fähre nach Tasmanien. Auf der südlich Australiens gelegenen Insel führte mein Weg entlang der Ostküste bis Hobart und an der Westküste zurück. Wieder in Melbourne angelangt, fuhr ich auf der Great Ocean Road entlang der Südküste. Ziel und Endpunkt meiner Radreise war Adelaide. Da kamen mehr als 8000 km zusammen. Und das mit dem Fahrrad. Fünf Monate nahm ich mir dafür Zeit. Und im Anschluss ging ich für die Rückfahrt auf die MS Astor. Das Kreuzfahrtschiff startete Ende Februar in Adelaide und fuhr über Tasmanien, Mauritius und Südafrika vorbei am Kap der guten Hoffnung. Es folgten weitere tolle Stopps wie Namibia, St.Helena, eine Äquatorüberquerung und mehr bis nach Bremerhaven. Diese Reise dauerte noch einmal 55 Tage.

Reisebericht

30.06.2020
Nachdem mich Oscar gestern vom Bahnhof abgeholt hatte, konnten wir die Schweizer Grenze ohne Schwierigkeiten passieren.
Und heute morgen zum Start unserer gemeinsamen Radtour blieben wir auf dieser Seite der Donau, da Oscar sich dort sehr gut auskennt. Erst in Rheinfelden wechselten wir wieder auf die deutsche Seite. Und schon ging das Kramen nach der Maske wieder los. Denn auf der Schweizer Seite bestand keine Maskenpflicht beim Einkaufen. Für Oscar war es daher noch schwieriger, sich an das Aufsetzen der Maske zu gewöhnen.
In Hohentiengen lag der Campingplatz an der Donau, was dort bedeutete, dass er nur nach einer flotten Abfahrt zu erreichen war. Für den nächsten Tag hieß das wiederum, es geht steil bergan. Auch mit EBike durchaus anstrengend.

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  • Hohentengen am Hochrhein

01.07.2020
Auf der deutschen Seite des Rheins ging es in Richtung Bodensee. Doch da der Streckenverlauf auch zum Rheinfall von Schaffhausen führte, mussten wir zurück in die Schweiz. Auf dem Überlandweg passierten wir zu meiner Verwunderung mehrfach die Grenze.
Oscar erzählte, während des Corona Lockdown haben die Grenzpolizisten dort nicht kontrolliert, sondern die Straßen wurden gesperrt. Aber nun hatten wir freie Fahrt.
Der Besuch des Wasserfalls war kein Reinfall, sondern sehr beeindruckend und schön.
Wie natürlich auch der Bodensee herrlich anzuschauen war. Leider nur zog nachts ein heftiges Gewitter über uns hinweg.
Doch der nächste Tag zeigte wieder sein freundliches Gesicht und die Zelte waren schnell am Volleyballnetz getrocknet.

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  • Reisebericht

02.07.20
Die Überfahrt zur Donauquelle war nicht spektakulär, brachte aber dafür mit 823 Höhenmetern die Akkus an die Grenze des Machbaren. Dafür konnte ich an der Bibermühle in Blumenfeld mein Rad während der Pause innen im Restaurant anschließen und ein wenig den Akku aufladen. Schön anzusehen war neben dem Restaurant ein kleiner Wasserfall, der dort ca. 10 Meter herunterfiel. Angekommen in Donaueschingen war in der Nähe der Donauquelle kein Campingplatz greifbar. So entschieden wir uns in eine Pension zu gehen. Als wir dort eintrafen, stellte ich fest, dass ich vor acht Jahren auf meiner ersten Tour entlang der Donau dort bereits abgestiegen war.

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  • Donaueschingen

03.07.2020
Hinter Immendingen verschwindet die Donau in der Erde. An drei Stellen in diesem Bereich gibt es eine Donauversinkung. Dieses Phänomen tritt im Sommer besonders hervor, so dass man trockenen Fusses durch das Flussbett kommt.
Zwischen Mühlheim und Neidingen ist das obere Donautal besonders schön. Das Tal war so schmal, dass es keinen Straßenverkehr gibt. Selbst Häuser stehen nur vereinzelt dort. Wir fuhren in Donaunähe auf Wald- und Wiesenwegen durch die Natur.
Als hinter einer Kurve eine Burg auftauchte, bremste Oscar, um für ein Foto anzuhalten. Ich bemerkte es zu spät und schon war es passiert. Trotz einer Vollbremsung nahm mein Vorderrad Kontakt mit dem Anhänger hinter Oscars Fahrrad auf. Und ich kontaktierte den Asphalt der Straße. Das Resultat waren Schürfwunden an den Handballen, am linken Knie und Ellenbogen. Außer einer Dehnung des linken Fußgelenkes war aber nichts schlimmeres passiert. Noch einmal Glück gehabt.

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  • Sigmaringen

04.07.2020
Heute ging die Fahrt größtenteils durch Wiesen und Felder. Das Umfeld der Donau wird weitläufiger. Nicht weniger schön als gestern, aber nicht so spektakulär. Unterwegs stehen wir plötzlich vor einer kurzen aber knackigen Steigung. An der anschließenden Raststation wurden wir mit einem lustigen Spruch entlohnt. Station für heut ist Ehlingen an der Donau. Mein Körper scheint den Sturz ganz gut überstanden zu haben. Nur die Handballen schmerzen noch beim Halten des Lenkers.

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  • Ehingen

05./06.07.2020
Gestern waren bis Ulm nur lockere 30 km durch Wiesen und Felder zu bewältigen. Und in Ulm haben wir uns heute einen Ruhetag mit Sightseeing gegönnt. Beeindruckend ist das Ulmer Münster mir dem höchsten Kirchturm der Welt. Lustig fand ich die optische Täuschung: steht man auf dem Platz vor der Kirche und schaut zur Turmspitze nach oben, während die Wolken darüber in Blickrichtung ziehen, hat man den Eindruck, der Turm fällt auf den Beobachter. Die Pension Rösch lag am Rand des Fischerviertels in Ulm. So konnten wir die Atmosphäre direkt vor der Haustür genießen.

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  • Ulm

07.07.2020
Zwischen Ulm und Donauwörth waren101 km zu bewältigen. Um die Leistung des Akkus nicht zu sehr zu belasten, bin ich immer wieder mal ohne Unterstützung des Motors gefahren. Das machte die ganze Sache zwar etwas anstrengender, war aufgrund des geringen Eigengewichtes des Fahrrads machbar. Außerdem konnten wir uns gestern beim Ruhetag in Ulm ja ausruhen und Kraft tanken. Mit dem Orten Günzburg und Dillingen lagen außerdem zwei schön anzuschauende Städte auf der Strecke. Am Abend waren wir auf dem Zeltplatz des örtlichen Kanuclubs. Nur Zelte und ein familiäres Treiben fanden unsere Zustimmung bis in die Nacht.

08.07.2020
67 km waren es von Donauwörth zum Auwaldsee bei Ingolstadt. Als das Zelt stand, gab es seit dem Nachtgewitter am Bodensee mal wieder ein paar Regentropfen. Doch die waren offenbar nur zum Erschrecken, denn nach kurzer Zeit war der Spuk vorbei. Nicht zu Ende war eine andere Plage. Mückenangriffe ohne Ende und so dauerte der Besuch des Restaurants auch nicht lange und im Anschluss waren wir schnell im Zelt verschwunden.

09.07.2020
87 km von Ingolstadt nach Regensburg. Die Hinweisschilder wollen uns immer wieder vom Fluss wegführen. Daher suchen wir uns einen eigenen Weg. Wir geraten auf einen Wanderweg. Durchaus zu fahren, aber sehr abenteulich. Wir wähnen und auf den Spuren der Römer vor 2000 Jahren. Am Kloster Weltenburg war es für einen Besuch zu voll und überlaufen. Da wir keine Lust hatten, uns an die Warteschlange für das Restaurant im Innenhof anzustellen, haben wir sofort das Ausflugsschiff durch den Donaudurchbruch bis Kelheim genommen. Obwohl ein Großteil unsres Weges über unbefestigte Wege verlief, bedurfte es keiner großen Anstrengung, auf ihnen zu fahren. Einzig das dauernde Konzentrieren gepaart mit dem Festhalten des Lenkers kostete ein wenig Kraft.

10.07.2020
Von Regensburg nach Deggendorf waren es 98 km. Unterwegs trafen wir auf einen bekannten Namen. Wörth. Aber nicht Donauwörth. Nein. Diesmal war es Wörth an der Donau! Wie originell. Das Schloss dort stand oben auf dem Berg und sah sehr interessant aus. Da wir nicht auf dem Berg wollten, vielleicht doch ins Zentrum des Ortes. Der war auch mehrfach ausgeschildert und führte durch winkelige Gäßchen. Dafür war es nicht sehr interessant und der Weg über die Hauptstraße hätte es auch getan. Aber das ist ja wahrscheinlich ‚Ansichtssache‘.
Und dann kam noch Straubing. Mit der angeblich ’schönsten‘ Fußgängerzone Bayerns. Wahrscheinlich auch Ansichtssache. Aber das lass ich mal so in Raume stehen.
Schön gestanden hatten dann unsere Zelte in Deggendorf. Direkt mit Blick auf die Donau. Auch wenn jetzt tatsächlich mal wieder ein Gewitter in der Nähe war und der Regen in der ganzen Nacht auf das Zelt prasselte.

11./12.07.2020
Der Regen hielt noch bis zum Mittag an. So verschoben wir unseren Start in Richtung Passau ein wenig. Ein paar Gespräche mit anderen Radreisenden halfen über die Zeit. Und dann hörte auch der Regen wieder auf, obwohl der Himmel grau blieb.
Nach ca. zehn Kilometern stellten wir auf den Radweg fest, welchen Schaden das Unwetter, nur ein Stück weit von unserem Standort entfernt, angerichtet hatte. Kleine Bäume waren umgeknickt und lagen quer über den Weg. Felder waren nieder gedrückt. Da hatten wir mit dem bisschen Regen wohl noch Glück.
Das allerdings hatte ich nicht. An der hinteren Scheibenbremse hatten sich offensichtlich fünf Schrauben losgerüttelt. Und die letzte war dann abgerissen. Nun muss ich nach dem Ruhetag in Passau wohl erst mal eine Werkstatt aufsuchen.
Bis Passau fuhren wir 63 km und haben nun gefahrene 858 Kilometer.

11./12.07.2020
Der Regen hielt noch bis zum Mittag an. So verschoben wir unseren Start in Richtung Passau ein wenig. Ein paar Gespräche mit anderen Radreisenden halfen über die Zeit. Und dann hörte auch der Regen wieder auf, obwohl der Himmel grau blieb.
Nach ca. zehn Kilometern streiken wir auf den Radweg fest, welchen Schaden das Unwetter, nur ein Stück weit von unserem Standort entfernt, angerichtet hatte. Kleine Bäume waren umgeknickt und lagen quer über den Weg. Felder waren nieder gedrückt. Da hatten wir mit dem bisschen Regen wohl noch Glück.
Das allerdings hatte ich nicht. An der hinteren Scheibenbremse hatten sich offensichtlich fünf Schrauben losgerüttelt. Und die letzte war dann abgerissen. Nun muss ich nach dem Ruhetag in Passau wohl erst mal eine Werkstatt aufsuchen.
Bis Passau fuhren wir 63 km und haben nun gefahrene 858 Kilometer.

13.07.2020
Wir haben die Donau verlassen und folgen jetzt dem Inn in Richtung Süden. Oscar hat seinen Plan geändert. Eigentlich wollte er nach Wien und dann über Slowenien und Italien zurück. Aufgrund der unsicheren Situation in Slowenien verzichtet er darauf und begleitet mich bis Salzburg.
Doch vorher suchten wir in Passau eine Fahrradwerkstatt auf. Da das Geschäft erst um zehn Uhr öffnete, waren wir eine Stunde zu früh. Durch eine Seitentür konnten wir erkennen, dass in der Werkstatt schon gearbeitet wurde. Obwohl der junge Mann offensichtlich mit Arbeit überhäuft war, nahm er sich die Zeit, die an der Bremse fehlenden Schrauben zu ersetzen.
So konnten wir doch noch zeitig starten. Nur war der Innradweg auf der deutschen Seite, nach anfänglich schöner Strecke durch den Wald, sehr öde und langweilig. 35 km auf dem Damm mit Schotter und unveränderter Landschaft um uns herum. Das änderte sich erst als wir kurz vor Braunau/A auf die österreichische Seite wechselten. Dort suchen wir uns in der Nähe unsere Campübernachtung an einem Gasthaus, das leider seinen Ruhetag hatte. Aber nicht weit entfernt gab es eine weitere Möglichkeit zu Abend zu essen. Die gab es in einem Schlossbiergarten.

14.07.2020
Wir haben den Inn nicht sehr lange unseren Begleiter nennen dürfen, da löste ihn schon die Salzach ab.
Die längste Burganlage Europas im bayrischen Burghausen konnten wir allerdings nur vom anderen Flussufer betrachten. Der Besuch der Anlage mit ihren sechs Burghöfen hätte wohl auch einen ganzen Tag in Anspruch genommen. Die Zeit wollten wir nicht aufbringen.
Auf unserem Weg entlang der Flüsse fuhren wir auch entlang der deutschen Grenze, die mittig des Inn und der Salzach verläuft. Erst am Zusammenschluss der Salzach und der Saalach gehören beide Seiten der Salzach zu Österreich.
Das ist dann auch in Salzburg der Fall, wo wir unseren nächsten Stop und einen Ruhetag einlegten.

16.07.2020
Oscar hat heute den Zug in Richtung Lindau/Bodensee genommen. Daher bin ich den letzten Radtag der Reise alleine entlang der Salzach in Richtung Bischofshofen gefahren. Es ging ständig langsam bergan. Trotzdem war es gemütlich zu bewältigen. Der angesagte Regen blieb aus und kam erst in der Nacht. Übernachtet habe ich dann auf dem Campingplatz in Werfen.
Die letzten vier Kilometer bis Bischofshofen folgten erst am nächsten Morgen. Hier holt mich Conny mit dem Wohnmobil ein. Dann schauen wir mal, wo die Reise noch hingeht.

Auf geht’s

Manchmal ändern sich die Dinge kurzfristig. Eigentlich habe ich mir das Orbea Gain F40 nur zugelegt, um es auf unseren Wohnmobilausflügen für gemeinsame Fahrten in die Stadt und sonstige Ausflüge zu nutzen.
Doch nachdem ich das E-Bike bei einigen Probefahrten nutzte, kam mir die Idee, es Oscar gleich zu tun. Der hatte schon im letzten Jahr auf seiner Frankreichtour ein E-Bike vor seinen Anhänger gespannt. Und nun erwartet er mich wieder mit seinem Gespann zu unser gemeinsamen Tour.

Also war ich in den letzten Tagen damit beschäftigt, die wichtigsten Teile wie Sattel, Handgriffe, u.s.w., an das Orbea zu basteln und es tourentauglich zu gestalten. Auf meinen Anhänger verzichte ich jedoch.

Meine Sachen sind gepackt, die Taschen am Rad befestigt und morgen am Montag, 29. Juni 2020, geht es los.
Erst einmal zum Bahnhof nach Löhne/Westf. und von dort mit dem Zug nach Weil am Rhein. Nach einer Nacht in Basel starten wir am Dienstag auf dem EuroVelo 6 in Richtung Schaffhausen zum dortigen Rheinfall.

Von Basel entlang des Eurovelo 6

Hallo zusammen,
auch in der aktuellen Zeit lässt mich der Gedanke nicht los, ein wenig von Europa auf dem Rad zu erkunden. Es ist natürlich immer noch von vielen Lebensumständen abhängig, ob dies in bisheriger Form möglich sein wird. Dennoch sehe ich optimistisch in die Zukunft und plane Ende Juni eine kleine Radtour zu unternehmen.
Ich werde mich mit dem Zug nach Weil am Rhein begeben, um dort meinen Freund Oscar in Basel aufzusuchen. Gemeinsam beabsichtigen wir, von Basel aus dem Eurovelo 6 in Richtung Osten zu folgen.
Es geht also über Schaffhausen zum Bodensee und nach einer Passage entlang der Radolfzeller Aach erreichen wir in Donaueschingen die Quelle der Donau. Nachdem ich bereits 2012 dem Donauradweg gefolgt, sowie 2019 vom Atlantik bis Basel gefahren bin, würde ich somit die Befahrung des Eurovelo 6 komplettieren.
Oscar und ich planen aber noch, gemeinsam ein wenig weiter bis Passau zu fahren. Sollte es dann aufgrund der Pandemiebeschränkungen möglich sein, folge ich dem Inn in Richtung Süden. Südlich von Braunau am Inn geht die Fahr entlang der Salzach über Salzburg weiter bis Bischofshofen.
Dort werde ich von meiner Freundin mit ihrem Wohnmobil eingesammelt, um den Urlaub mit ihr gemeinsam zu verbringen. Daher werde ich auf die Mitnahme meines Anhängers verzichten und nur das Notwendigste an Ausrüstung mitnehmen.
Bis dahin bleibt bitte alle gesund.
Euer Volker