Volker’s Australienradtour

Volker trifft Koala & Co. und ganz viele tolle Menschen


Hallo zusammen,
im Herbst 2017 sollte mich meine Reise auf den fünften Kontinent führen. Auch in DownUnder war mein Fahrrad mein Begleiter, fahrbarer Untersatz und Transportmittel für meine 40kg Gepäck.
Am 03.Oktober 2017 flog ich von Düsseldorf an die Nordostküste Australiens nach Cairns. Von Cairns ging es entlang der Ostküste über Brisbane und Sydney bis nach Melbourne. Von dort mit der Fähre nach Tasmanien. Auf der südlich Australiens gelegenen Insel führte mein Weg entlang der Ostküste bis Hobart und an der Westküste zurück. Wieder in Melbourne angelangt, fuhr ich auf der Great Ocean Road entlang der Südküste. Ziel und Endpunkt meiner Radreise war Adelaide. Da kamen mehr als 8000 km zusammen. Und das mit dem Fahrrad. Fünf Monate nahm ich mir dafür Zeit. Und im Anschluss ging ich für die Rückfahrt auf die MS Astor. Das Kreuzfahrtschiff startete Ende Februar in Adelaide und fuhr über Tasmanien, Mauritius und Südafrika vorbei am Kap der guten Hoffnung. Es folgten weitere tolle Stopps wie Namibia, St.Helena, eine Äquatorüberquerung und mehr bis nach Bremerhaven. Diese Reise dauerte noch einmal 55 Tage.

Carnac

In Hennebont hatte der Ort nicht nur das Stadttor einer alten Burg sondern auch einen Campingplatz mit eigener Crêperie in einem alten englischen Bus. Das Besitzerehepaar lässt sich einiges einfallen, so findet kommenden Freitag eine Veranstaltung mit Livemusik statt, incl. Spezialmenü ‚Moulet avec Frites‘.
Leider bin ich dann wahrscheinlich schon auf der Belle Ile.
Ich hoffe, dass sich dort das Wetter ein wenig ändert. In der letzten Nacht gab es zweimal einen Starkregen mit fernem Donnergrollen. Die Geräuschkulisse im Zelt war gewaltig.
Aber auf der Weg dorthin schaute ich erst in Saint-Cado, ein romantischer Tipp von der Campingplatzchefin Nadine, und in Carnac vorbei.
Die Menschen der Megalithkultur haben dort an der Küste der Südbretagne vor 4000-5000 Jahren jede Menge Steine aufgestellt. Alleine in Ménec im Norden von Carnac bin ich über drei Kilometer nur an Steinreihen vorbei gefahren. Zu diesen Alignements de Ménec kommen noch einige Menhire und Dolmen in der Umgebung. Das war eines der Dinge, die ich auf der Reise unbedingt sehen wollte.
Ja. Es sind nur Steine. Viele sind etwa groß wie Grabsteine. Aber wie es möglich war, ohne die technischen Möglichkeiten von heute, bis zu 80 Tonnen schwere Steine aufzustellen, geschweige denn zu transportieren, bleibt für mich unvorstellbar.
Ähnlich sieht es bei den Dolmen aus. Bei den wohl als Gräbern genutzten Steintischen den Deckel draufzusetzen, erstaunt mich an jedem Grab neu.
Ein Rätsel bleibt bisher die Bedeutung der Steinreihen. Als Ganzes betrachtet, könnte eine astronomische Nutzung stehen. Aber es gibt ‚Forscher‘, die glauben, dass für die damaligen Menschen jeder Stein den Körper für eine verstorbene Seele darstellt.
Also zeigen die folgenden Bilder nach einem kleinen Spot unterwegs und dem Ort Saint-Cado nur Friedhöfe einer alten Kultur.
Die Fotos werden wie immer nachgereicht.

Locronan und Quimper

Heute stammt der Bericht nicht von mir, sondern ist ein Auszug der Internetseite ‚Bretagne -Tip‘.
“Die Geschichte Locronans reicht über eintausendfunfhundert Jahre zurück. Im 5. Jh. vor Chr. lebten keltische Stämme in der Bretagne, und heute berufen sich einige Feste Locronans auf kultische Elemente dieses ur-keltischen Ursprungs.
Nirgendwo in der Bretagne sind von einem ganzen Ort so viele Bauwerke in der Substanz erhalten geblieben, wie sie vor vielen Jahrhunderten erbaut wurden – ein einheitliches und beeindruckendes Bild der einstigen Bretagne aus Granit und Schiefer als Parade-Beispiel der Bretagne Architektur. Und so geht man denn zwar vorwärts in den Ort hinein, dabei aber mit kräftigen Schritten in der Zeit zurück. Die Häuser wurden in der Zeit des Wohlstands in der Bretagne gebaut, damals, als es im 16. und 17. Jahrhundert der Bretagne durch ihren florierenden Tuch- und Seehandel so gut ging wie niemals zuvor. Der bretonische Ortsname Locronan bedeutet „Ort des Ronan“. Diesem Heiligen zu Ehren wurde von 1420 bis 1477 die heute den Ort prägende gotische Kirche „Locronan du Bois“ gebaut. Ronan gehört zu den Heiligen der Bretagne, die ab dem 5. Jahrhundert n. Chr. in einer keltischen Einwanderungswelle aus Britannien kommend die Bretagne christianisierten und die bretonische Kultur entscheidend prägten. Als irischer Bischof war er gegen Ende des 7. Jahrhunderts zu einem Konzil nach Frankreich gereist und soll danach im Wald bei Locronan eine Einsiedelei gegründet haben.
Heute stehen den 800 Einwohnern jährlich ca. sechs- bis achthunderttausend Touristen gegenüber.“
Heute war ich einer davon, doch viel Betrieb herrschte zum Glück nicht. Nicht dass in diesem gallischen Dorf Hinkelsteine und Zaubertrank hergestellt wurden, aber da ich mit meiner Besichtigung des Ortes am frühen Nachmittag fertig war, musste mein Radl noch ein paar Kilometer bis Quimper bewältigen, ohne dass es nach Flucht aussah.
Und die Fotos vom Ort sind dann wieder von mir.
Quimper ist mit über sechzigtausend Einwohnern zwar sehr viel größer und die Hauptstadt des Département Finistère, aber mit seiner historischen Altstadt sehr schön und gemütlich.

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Halbinsel Crozon statt Brest

In meinem Reiseführer war zu lesen, dass Brest ein graues Stadtbild abgibt. Das liegt wohl daran, dass im Krieg einzig die Burg nicht zerbomt wurde. Der Neuaufbau wurde am Reißbrett der 50er Jahre geplant und soll nicht schick sein.
Bestätigt wurde mir das von einem schweizer Ehepaar an der Cote de Granit Rose. Einen Besuch wert soll Frankreichs größtes Meeresmuseum, das Oceanopolis, im Hafen sein.
Zu der Gelegenheit, mir einen eigenen Eindruck zu machen, kam es leider nicht. Dabei war ein kurzer Aufenthalt durchaus eingeplant.
Der anvisierte Campingplatz Municipal de Camfrout 8km vor Brest ist geschlossen. Wie mir eine dort lebende Deutsche erklärte, die sich gerade auf einem Spaziergang mit ihren Hund befand. Er sei erst dieses Jahr aufgrund nicht ausreichender Sanitäranlagen geschlossen worden. Jetzt weiden dort Schafe.
Der nächste Campingplatz lag von mir aus gesehen hinter Brest. Auf dem Weg dorthin kam ich am Fähranleger der Personenfähre nach Le Fret vorbei. Le Fret liegt auf der Halbinsel Crozon und die Nutzung der Fähre erspart mir 60 km rund um die Bucht von Brest. Nur stand die Überfahrt erst für den nächsten Tag auf dem Programm.
Der Regen des Tages hat mir meine Entscheidung erleichtert, schon heute überzusetzen. Komischerweise kam nach dem Kauf des Tickets die Sonne raus. So konnte ich vor der Abfahrt mein Zelt trocknen und mir gemütlich die Zeit und ein Bier im Hafen nehmen, um den Artikel zu schreiben.
Erwähnenswert ist noch der Zwischenstop auf dem Campingplatz ‚Te Tulip‘, dessen Name in den holländischen Wurzeln des Besitzers begründet ist. Ein älteres Haus mit überdemensionaler Scheune und Surferambiente. Es gibt keinen ersichtlichen Grund, dort zu übernachten. Es sei denn, man sucht einen Platz auf der Durchreise. So war ich der einzige Gast, der auf der angrenzenden Wiese übernachtete. Das ganze erinnerte mich mehr an die abenteuerlichen Campgrounds in Australien. Aber der Preis war o.k. und die Dusche dauerhaft heiß.
Wenn das Wetter einigermaßen mitspielt, verbringe ich den eigentlich für Brest vorgesehenen Tag morgen auf der Halbinsel Crozon.
Genutzt habe ich den heutigen Tag, an dem ich meine Ausrüstung und Zelt auf dem Campingplatz zurückließ, und nur mit dem Rad die Gegend erkundigt habe, um mir ein paar wirklich schöne Aussichtspunkte anzuschauen. Aber seht selbst…

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Perros Guirec

Der Weg vom Mont nach Saint Malo war eine lockere 50 km Etappe bei Sonnenschein und ohne Wind. Die alte Stadt der Korsaren und Freibeuter wurde zwar Ende des zweiten Weltkrieges stark zerstört, weil der deutsche Besatzer das Feld nicht räumen wollte. Doch wurde es sehr originalgetreu anhand von Plänen und Bildern wieder aufgebaut. Daher entsteht ein mittelalterliches Flair mit einer vorhandenen Stadtmauer.
Ich benutzte das erste Mal auf dieser Reise nach dem Besuch der Stadt eine Fähre und überquerte den Fluss Rance nach Dinar, wo ich ich mir das Quartier auf dem dortigen Campingplatz suchte.
Die Überfahrt ging nun nicht wirklich einfach von statten. Das Ticket buchte ich zwar einfach, aber auf dem reinen Passagierschiff war ich der letzte, der zustieg. Hilfe bekam ich von dem Kartenabreißer. Der aber beim Verlassen des Schiffes mit anderen Aufgaben beschäftigt war. Da der Weg zum Ausstieg zu eng war, löste ich schnell die Verbindung zwischen Anhänger und Fahrrad, um den Anhänger über die Bordwand auf den Steg zu hieven. Ein freundlicher Passagier half mir dann, mein Fahrrad auf dem gleichen Weg auszuladen. Kurz danach kam auch noch ein Treppenaufgang, wo ich wieder beides solo transportierte. Übung macht den Meister.
Pünklich nach dem Aufbau des Zeltes war auch der Regen wieder da.
Über Saint-Brieuc bin ich jetzt an der Côte de Granit Rose bei Perros-Guirec gelandet. Auf dem Weg hierhin begleiteten mich den ganzen Tag dicke Regenschauer. Ich schaffte es zum Glück, am späten Nachmittag mein Zelt unter der überdachten Tribüne eines Fussballplatzes zu trocknen.
Hier werde ich wohl die nächsten drei Tage verbringen, von denen ich am ersten Tag eine Wanderung auf dem Wanderweg ‚Sentier des Douaniers‘ und eine Bootstour zu den Brutgebieten von Basstölpeln, Trottellummen und Papageientauchern an den ‚Sept_Isles‘ unternommen habe.
Die ersten der folgenden Bilder zeigen Saint Malo und wie gewaltig sich hier der Tidenhub von ca. 13m, in Saint Malo sind es sogar 18m, bemerkbar macht. Danach die Côte de Granit Rose und eine der Inseln vor der Küste.
Am Freitag mach eich mich auf den Weg in Richtung Brest.

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Durch die Schweiz?

Ich habe es nicht gewusst, aber auch die Normandie hat eine Schweiz. Und durch die musste ich durch, um nach Mont Saint Michel zu kommen. Ab Caen ging es entlang des Flusses Orne moderat bis Clecy. Der Campingplatz verdient durchaus ein First Class von mir. Der Besitzer sorgt nicht nur mit einem Spezialitätenshop und Abendbrot, sondern auch mit Frühstück und einer super Internetverbindung für das Wohl seiner Gäste. Dazu gehörten einige Reiseradler, soviel wie ich noch auf keinem Platz getroffen habe.
Doch schon der nächste Tag verdiente sich die Bezeichnung ‚anstrengend‘. Ein ständiges auf und ab auf 82 km stellten eine Herausforderung für meine Beine da. Obwohl ich nach 54 km mein eigentliches Etappenziel schon am frühen Nachmittag erreicht hatte, ließ mich eine neue Weg- und Zeitberechnung und eine Vorfreude, am Folgetag bis zum Mont nur noch 20 km fahren zu müssen, alle Pläne verwerfen.
Also erneut auf das Rad geschwungen und weiter bis Ducey. Dort war nun endlich auch meine Grenze erreicht. Das Schöne an dem Ort war eigentlich das der öffentliche Campingplatz kostenlos war.
Es ist wirklich imposant, wenn der Hügel von Mont Saint Michel plötzlich hinter einer Kurve auftaucht. Auch wenn der Weg über das Wasser oder den Schlick, was immer das Meer so vorgibt, noch nicht zu sehen ist. Noch beeindruckender ist es, wenn man direkt davor steht oder sich innerhalb bewegt. Ich habe es bereits heute erleben können, da ich die Gelegenheit genutzt habe, dass wenig Betrieb herrschte. Anscheinend haben sich viele Touristen auch mehr aufgrund des D-Days in anderen Regionen der Normandie aufgehalten.
Trotzdem werde ich meinen geplanten zweiten Tag des Besuches hier verbringen. Ich denke, es gibt auf dem Berg immer noch kleine Dinge zu entdecken.

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  • Mont Saint Michel

D-Day

Da war ich am Tag der Europawahl in Brüssel und gerate dann auch noch in der Normandie in die Erinnerungsveranstaltungen zum 75.ten Jahrestag des D-Day. Das erhöht die Touristen in der Zahl um ein Beträchtliches. Jetzt kann man sich darüber streiten, ob man es Feierlichkeiten nennt. Wenn es darum geht, es als Mahnung zum Frieden zu sehen, kann ich dem zustimmen. Auch wenn es denen gedenkt, die ihr Leben lassen mussten. Ich habe mir auf meinem Weg die Kriegsgräber des ersten Weltkriegs in Etaples angeschaut. Es hinterließ einen erschreckenden Eindruck.
Allerdings finde ich es persönlich ebenso erschreckend, dass an solchen Weltfriedens-Foren, die in diesem Rahmen stattfinden, Staatsführer teilnehmen, die selber Halbinseln besetzen oder als selbsternannte nur mit Zöllen drohende ‚Friedensbringer‘ twittern.
Sorry. Jetzt genug der Politik und wieder auf die Straße konzentrieren. Denn das war auf dem Weg durch den Industriehafen von Le Havre und über den Pont de Normandie auch bitter nötig. Wenn ich mal über die Motorfiets geschimpft habe, gegen die Lkw im Containerhafen waren das nur Halbstarke. Und der Weg über die Brücke der Seine passte anschließend ins Bild. Zum Abschluss des Tages einen 138m Hügel. Und dann kam auf dem Campingplatz am Meer in Houlgate die Sonne wieder. Alles gut oder aus dem letzten Abenteuer ’no worries‘.

Alabasterküste und die ersten 1000 km sind Geschichte

Nach meinem Halt auf dem Bauernhof und dem kurzen und kalten Aufenthalt in Bourlogne-sur-Mer unter den Resten der Weltkriegsbunker legte ich in Dieppe zwei Tage Pause ein. Eine Besichtigung der dortigen Burg und einem ausgiebigen Stadtrundgang ließ ich noch eine Bootstour entlang der örtlichen Alabasterküste folgen.
Die übrige Zeit nahm ein Waschtag und einige kleine Reparaturen in Anspruch.
Und dann wurde es Zeit, meine Reise fortzusetzen.
Der nächste Ort stand zwar schon auf meiner Agenda, aber der junge Franzose Julien bestätigte es mir nochmal. Etretat sollte der nächste Stop sein.
Auf dem Weg dorthin waren die ersten tausend Kilometer erreicht und somit Geschichte.
Bei meinem Eintreffen wimmelte es nur so von Touristen, eigentlich nicht mein Ding. Nachdem ich mein Zelt aufgebaut und geduscht hatte, machte ich ich mich zu Fuß auf den Weg zum Strand. Und siehe da um sieben Uhr waren zwar die meisten Geschäfte geschlossen, aber auch die Straßen fast menschenleer. So konnte ich bei einem Essen mit dem ersten Cidre meines Lebens in Ruhe den Sonnenuntergang abwarten, der dann wegen zu viel Wolken am Horizont ins Wasser fiel.
Das nächste Fernziel ist nun Mont Saint Michel.

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Am Atlantik

Ich habe den Atlantik nach 780 km in Boulogne-sur-Mer am Ärmelkanal erreicht. Besser gesagt, den Vorort ‚Le Portel‘.
Boulogne-sur-Mer ist eine typische Hafenstadt mit engen unübersichtlichen Gassen und Winkeln, allerdings sehr hügelig und hektisch. Und dann fing es bei meiner Ankunft wieder an zu regnen, was mich auf dem schnellsten Weg zum Campingplatz fahren ließ.
Im Moment wechseln sich Sonne und Regen leider unberechenbar ab. Nachdem ich gestern in Gent bei Gewitter gestartet war, musste ich in voller Regenmontour einen platten Reifen am Anhänger beheben. Als sich während dessen die Sonne zeigte, gelang es mir sogar noch in dieser Zeit mein Zelt zu trocknen.
Der Zeltplatz in Houtkerque direkt hinter der Grenze zwischen Belgien und Frankreich war völlig unscheinbar. Er liegt auf einem alten Gehöft mit eigenem Teich und Boule-Platz. Kein Hinweisschild weist auf den abseits der Straße gelegenen Platz hin. Eine Schranke versperrt auf einem unbefestigten Weg die Zugfahrt. Kein Wohnmobil, kein Zelt war zu sehen. Am äußeren Rand sind einige feste Sommerhäuser aufgestellt. Ich wollte schon umkehren, als ich von einem der Bewohner angesprochen wurde. Mit meinem Schul-Französisch und Händen und Füßen erklärte er mir mit der hinzugerufenen Verwalterin, dass das Zelten ohne Probleme möglich sei. Der Preis war schnell geklärt.
Nachdem ich mich im Magazin des Ortes mit etwas Essbarem versorgte, hatte ich einen der schönsten Stellpätze meiner Reisen. Dazu zeigte die Sonne am Abend wie auch am nächsten Tag. Naja, bis zu meiner Ankunft an der Küste.

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Über Gent an die Küste

Der Weg entlang der Maas nach Lüttich war sehr schön. Aber da sich mein WarmShowers Kontakt nicht gemeldet hatte und es um die Stadt herum keinen Campingplatz gibt, buchte ich mir von Maastricht aus ein Hotelzimmer. Leider nicht im Innenstadtbereich. Daher habe ich den nur in der Durchfahrt gesehen. Manchmal reicht das schon für einen Eindruck und der sprach aus meiner Sicht nicht für die Stadt. Bestätigt fühlte ich mich am Morgen, da es beim Start in Richtung Brüssel erst einmal auf 200m hinaufging. Nach der Tagesetappe quer durch Belgien habe ich mich für zwei Nächte auf einem Campingplatz direkt vor Brüssel niedergelassen. Auch wenn das Betreiberehepaar kein Restaurant führte, wurde ich am Abend doch satt, da man mich zu einer original italienischen Polenta einlud, die für das eigenen Abendessen zubereitet war.
Am Tag der Wahlen für Europa hielt ich mich nur zu Fuß in Brüssel auf. Wie erwartet war es es sehr voll mit Touristen und dementsprechend war ein großes Polizeiaufgebot vor Ort. Zum Glück passierte in meiner Umgebung nichts Aufsehen erregendes.
Allerdings habe ich noch keinen Plan, in welche Richtung es am Tag darauf weitergehen sollte. Entweder Gent oder direkt in Richtung Lille. Mal schauen, was mein Gefühl so sagt.
Ich entschied mich für den Weg über Gent, was ich nicht bereuen sollte. Wieder einmal bekam ich eine sehenswerte historische Stadt zu sehen, für die sich ein längerer Aufenthalt lohnt.
Ich mache mich auf den Weg nach Boulogne-sur-Mer an der französischen Küste. Leider im Regen.

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Immer schön wachsam bleiben

Der archäologische Park in Xanten ist interessant, kann aber bei weitem nicht mit den Ausgrabungen Petronell Carnuntum an der Donau konkurrieren.
Der Weg über die Grenze war einfach. So ganz ohne das Vorzeigen des Ausweises ist schon angenehm. Ein paar niederländische Euro hatte ich vorsichtshalber dabei.
Dafür braucht der Radweg entlang der Maas keinen Vergleich zu scheuen. An ihm liegen viele schöne kleine Städte, die zu einer Pause und zum Verweilen einladen. Bei der Einfahrt nach Roermond glaubte ich dennoch, mich verfahren zu haben. “Bin ich doch wieder in Australien?“ fragte ich mich. In einem Garten saßen zwei Kangurus und labten sich an dem satten Gras. Es hütete tatsächlich jemand neben zwei Sikahirschen auch zwei Exemplare der australischen Beuteltiere in seinem Garten. Und es ist auch kein Foto vom letzten Jahr. Noch einmal auf die Landkarte im Handy geschaut und den Standort bestimmen lassen. Ich war in den Niederlanden. Basta.
Der Hinweistafel auf den ‚Westpoint Duitsland‘ folgte ich nicht, dafür aber der Empfehlung von Rüdiger, den ich mit seiner Frau auf dem Campingplatz in Roermond traf. „Du musst dir unbedingt die Innenstadt von Maastricht anschauen, das lohnt sich.“ Und ich musste ihm, nach meinem Besuch dort, recht geben. Sollte jemand einen Einkaufsbummel in kleinen gemütlichen Gassen planen, ich kann ihm Maastricht empfehlen. Und vorher nach Roermond mit dem Besuch eines dortigen Outlets. Nur zum Fotografieren im Innenstadtbereich von Maastricht kam ich nicht. Es war so viel Betrieb, dass ich schon glücklich war, mein Rad ohne Zusammenstoß schieben zu können.
Jetzt zurück zum Radeln. Die holländischen Radwege bekommen von mir eine hervorragende Bewertung, doch eines irritierte mich und ließ mich jedes Mal aufschrecken. Die Motorfiets und sonstige Mopeds benutzen diese Wege ebenso. Ein wenig nachlassende Konzentration und schon zucke ich wieder zusammen, weil mich eine/einer dieser Kamikazefahrer überholte.

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